30. September 2018

In Würde alt werden

Eine Frage der Prioritäten: Der Kampf gegen Altersarmut muss dringend auf die Tagesordnung der Regierung.

Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am morgigen 1. Oktober fordert ÖGB-LandespensionistInnenvorsitzende Christine Pertele die Regierung auf, die Bekämpfung der Altersarmut endlich auf ihre Prioritätenliste zu setzen. Ein Leben in Würde muss für jeden älteren Menschen in Österreich möglich sein.

Den 1. Oktober 2018, den Internationalen Tag der älteren Menschen, nutzt ÖGB-LandespensionistInnenvorsitzende Christine Pertele, um die Bundesregierung aufzufordern, die Bekämpfung der Altersarmut auf ihre Prioritätenliste zu setzen. „Wie die Zahlen aus 2017 belegen, lag die durchschnittliche Pension der Salzburgerinnen und Salzburger bei 1.294,30 Euro, wobei hier die Hilflosenzuschüsse, Ausgleichszahlungen und Kinderzuschüsse bereits einberechnet sind. Wenn man bedenkt, wie hoch die Lebenserhaltungskosten in Salzburg sind, dann müssten schon längst die Alarmglocken läuten. Die Bundesregierung ist gefordert, endlich Maßnahmen zu setzen“, fordert Pertele. 

Pflegefälle und „Schmarotzer“
Verärgert zeigt sich Pertele auch, dass PensionistInnen in der Öffentlichkeit oft nur als Kostenfaktor dargestellt werden. Sie stößt sich dabei vor allem an Aussagen, dass das Pensionssystem „enkelfit“ werden müsse oder die ständige Debatte darüber, dass eine zunehmende Veralterung unserer Gesellschaft zu einem erhöhten Pflegebedarf führen würde. „Natürlich müssen wir darauf achten, dass unser Pensionssystem nachhaltig finanzierbar bleibt. Dabei muss aber die Frage im Vordergrund stehen, wie das bewährte Umlagensystem dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Dafür braucht es z.B. Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in Österreich, für Vollbeschäftigung oder auch eine Diskussion darüber, wie man Arbeitsplatzverluste durch die Digitalisierung kompensieren kann“, erklärt Pertele und ergänzt: „PensionistInnen haben ja in ihrem aktiven Arbeitsleben auch die Pensionen ihrer Eltern finanziert. Sie haben – unabhängig von der Anzahl ihrer Beitragsjahre – einen wichtigen Beitrag für das Land geleistet und machen das auch heute noch z.B. im ehrenamtlichen Bereich oder wenn es um Unterstützung in der Kinderbetreuung geht.“

Größere Pensionserhöhungen als Gebot der Stunde – Regierung soll dort Maßnahmen setzen, wo sie auch was tun kann
Da sich Bundeskanzler Sebastian Kurz und sein Vizekanzler Heinz-Christian Strache kürzlich dazu bemüßigt gefühlt haben angesichts der bevorstehenden Herbstlohnrunden einen guten Gehaltsabschluss einzufordern, erwartet sich Pertele ein bisschen mehr als nur schöne Worte. „Es ist ja nett, wenn die Regierung das einfordert, jedoch liegt dieser Bereich nun mal nicht in ihrer Zuständigkeit, was Kanzler und Vizekanzler eigentlich wissen müssten. Die Pensionsanpassung liegt aber schon in der Zuständigkeit der Bundesregierung und fällt für 2019 mit einer Erhöhung von 2,6 Prozent für NiedrigpensionistInnen doch sehr mager aus“, beklagt Pertele und fordert abschließend: „Da sich die Bundesregierung nicht mal bemüßigt fühlte, die SeniorenvertreterInnen an den Verhandlungstisch zu holen sondern einfach über deren Köpfe hinweg entschieden hat, könnte sie ja mit gutem Beispiel voran gehen, die SeniorenvertreterInnen an den Verhandlungstisch bitten und sich mal deren Ausführungen über die wirklichen Sorgen der PensionistInnen, anhören. Vielleicht würde sie dann endlich damit beginnen, den dringenden Kampf gegen die zunehmende Altersarmut in Angriff zu nehmen und eine entsprechende Pensionserhöhung beschließen.“