24. August 2018

100 Jahre Frauenwahlrecht – jetzt erst recht!

Der Einsatz für mehr Gleichberechtigung ist heute wichtiger denn je.

ÖGB-Frauen Salzburg zeigten bei einer Eis-Aktion, dass bereits viele Errungenschaften für die Frauen erzielt werden konnten. 

Mit dem Slogan „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“ wurde vor 100 Jahren das Wahlrecht für Frauen eingeführt. Dem ging ein langer Kampf engagierter Frauen für eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft voraus. Zu den ersten Mandatarinnen gehörten auch engagierte Gewerkschafterinnen, wie Anna Broschek, Hildegard Burjan, Adelheid Popp und Amalie Seidel. Mit einer Eis-Verteilaktion Anfang dieser Woche, machten die ÖGB-Frauen Salzburg auf die Leistung dieser Pionierinnen aufmerksam. „Ohne den Einsatz mutiger Frauen, hätten wir weder das Frauenwahlrecht noch andere wichtige Meilensteine in der Gleichberechtigung erzielen können. Die Eis-Aktion war dabei eine gute Möglichkeit, bei den heißen Temperaturen über die Errungenschaften dieser Frauen zu sprechen und zugleich aufzuzeigen, dass wir uns auch weiter dafür einsetzen müssen, um endlich die volle Gleichberechtigung zu erzielen“, berichtet ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Petra Berger-Ratley. 

Forderung nach Gleichberechtigung wichtiger denn je

Mit Blick auf die Einkommensschere oder auch die kaum vorhandene Frauenpolitik der türkis-blauen Regierung ist der Einsatz für volle Gleichberechtigung heute wichtiger denn je. „Immer noch verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. Der Equal Pension Day, der am 28. Juli stattfand, zeigt, dass dieses Problem bis ins Pensionsalter gravierende Auswirkungen hat“, betont Berger-Ratley in diesem Zusammenhang und ergänzt: „Mit der jetzigen Politik der türkis-blauen Regierung ist zu befürchten, dass sich die Situation eher verschlimmern als verbessern wird. Eine Arbeitszeitflexibilisierung, die bis zu 60 Wochenstunden an Arbeit möglich macht, ist nicht nur ein Rückschritt, sondern wird vor allem Frauen betreffen und den Wiedereinstieg ins Berufsleben sowie auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schwerer machen, da es am entsprechenden Angebot an Kinderbetreuungsplätzen fehlt.“

Das Frauenvolksbegehren zeigt zudem, dass es immer noch sehr viele Frauen aus unterschiedlichsten Bereichen gibt, die sich für Frauenrechte stark machen. Nachdem 247.436 Personen das Frauenvolksbegehren unterstützt haben, gibt es nun von 1.-8. Oktober die Möglichkeit, das Frauenvolksbegehren zu unterschreiben.

Immer noch wenig Frauen in der Politik

Hinzu kommt, dass Frauen zwar seit 100 Jahren wählen dürfen, in politischen Ämtern aber immer noch unterrepräsentiert sind. Ein Blick auf Salzburg bestätigt leider diese Tatsache. „Mit nur vier Bürgermeisterinnen in 119 Gemeinden ist Salzburg Schlusslicht, wenn es um Frauen in politischen Ämtern geht und gerade in den Gemeindevertretungen gibt es – abseits der Stadt – viel zu wenig Frauen mit politischem Mandat. Vielleicht bringt die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl im Frühling hier einen positiven Wandel“, hofft Berger-Ratley und fordert weiter: „Wenn ich mir die zum Teil sehr niedrige Wahlbeteiligung bei einzelnen Wahlen ansehe, dann wünsche ich mir auch, dass die Menschen dieses Recht wieder vermehrt nutzen. Immerhin handelt es sich um ein wichtiges, demokratisches Grundrecht, das unsere Vorfahrinnen und Vorfahren für uns alle erkämpft haben.“

 

Bildnachweis ÖGB Salzburg

Bildtext: ÖGB-Frauenaktion zu 100 Jahre Frauenvolksbegehren